Präsentation anfangen, aber wie? Diese 3 Sätze helfen dir!

Autor: Pascal Heymann

In meinem letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, was du zum Anfang einer Präsentation vermeiden solltest. Heute möchte ich dir 3 Arten von Sätzen vorstellen, mit denen du deine Präsentation stattdessen beginnen kannst. Die ersten Worte in einer Präsentation zu finden, ist schwer. Sehr schwer. Denn sie geben dem Publikum den ersten verbalen Eindruck von dir. Und erste Eindrücke bleiben lange erhalten, also müssen sie wirkungsvoll sein. Aber wie?

 
Beginning a presentation: 3 phrases to get you going

1. Mache eine Aussage

Auch wenn das auf Papier simpel zu sein scheint, hat die Aussage das Potential, entweder riiiiiiiiiiiiiiiiichtich langweil oder unglaublich effektiv zu sein. Warum? Weil die meisten Sätze, die wir verwenden, Aussagen sind. Egal, ob in alltäglicher Sprache, in Präsentationen oder in Schrift. Also ist es verlockend zu denken, dass einfach jede dahergelaufene Aussage ausreichen würde. Das genügt aber nicht. Deine Aussage muss einige Kriterien erfüllen. Wenn du deine Präsentation mit einer Aussage beginnen möchtest, sollte diese Aussage:

a) Relevant zum Thema deiner Präsentation sein
b) Neue (faktische) Informationen für dein Publikum enthalten
c) Das bisherige Wissen/Emotionen/Glaubenssätze deines Publikums anfechten
d) Neugierde oder Emotionen in deinem Publikum erwecken

Beispiele:

Zum Thema Videospiele:
„Der durchschnittliche Spieler ist kein 18-jähriger Junge, es sind die Eltern dieses Jungen.“

Zum Thema Liebe:
„Psychologen haben herausgefunden, dass man noch stärkere Gefühle für jemanden entwickelt, je länger man diese Gefühle verheimlicht.”

Ein Beispiel ist mir etliche Jahre in Erinnerung geblieben: Die erste Aussage von Mark Henick in seiner TEDxToronto Präsentation zum Thema Selbstmord:
„Ich war gerade einmal ein Teenager als ich das erste Mal versucht habe, mich umzubringen.“

 

Ob du wirklich alle 4 Kriterien erfüllen kannst, hängt manchmal vom Publikum und dem Thema der Präsentation ab. Wenn deine Aussage allerdings nur 1 oder 2 erfüllt, solltest du dich noch einmal hinsetzen und sie überarbeiten. Es ist auch wichtig zu beachten, dass du zwar die Emotionen, Glaubenssätze und das Wissen deines Publikums herausfordern, das Publikum aber nicht vergraulen willst. Immerhin soll die erste Aussage ja dazu dienen, das Publikum auf deine Seite zu ziehen. Sei also vorsichtig.

2. Stelle eine Behauptung auf

Eine Behauptung ähnelt einer Aussage, aber mit einem wichtigen Unterschied: Die Behauptung ist eine Aussage, die von deinem Publikum noch nicht als faktisch anerkannt wurde. Die obenstehenden Beispiele enthalten entweder Informationen, die seit Langem von aller Welt einsehbar ist, oder enthüllen etwas über den Redner, das das Publikum einfach als Tatsache hinnehmen muss. Zusätzlich zu den Kriterien der Aussage muss eine Behauptung entweder:

a) Dem Publikum neu sein
b) Zu absurd sein, um sofort glaubhaft zu sein

Beispiele

Zum Thema Motivation:
„Es besteht keine Schande darin, aufzugeben.“

Zum Thema Liebe:
„Am Ende dieser Präsentation werden Sie sich in die Person neben Sie verliebt haben.“

Zum Thema Zeitreisen:
„Fluxkompensatoren sind echt und wir sind erfolgreich in der Zeit zurück gereist.“

3. Stelle eine Frage

Fragen sind die einfachste Methode, das Publikum zu involvieren. Wenn du deine Präsentation mit einer Frage beginnst, signalisierst du ihnen, dass die nächsten 15 Minuten gewiss kein trockener Monolog sein werden. Genügt also jede Frage? Natürlich nicht. Eine gute Frage wird:

a) Das Publikum auffordern, über das Thema nachzudenken
b) Aufrichtig sein und das Publikum wie Erwachsene Menschen behandeln

Diesen letzten Punkt kann ich nicht oft genug sagen. Behandle dein Publikum nicht, wie eine Gruppe Kleinkinder, indem du eine Frage stellst, auf die eh jeder die Antwort kennt. Leute werden nicht gerne herablassend behandelt, also stelle keine herablassenden Fragen, die dein Publikum in Windeseile abstoßen. Du kennst die Art: „Wer hier hat einen Traum?“ / „Glaubst du, du verdienst mehr im Leben?“
Lass es einfach.

Stelle stattdessen eine Frage, über die dein Publikum wirklich interessiert nachdenken muss, und gebe ihnen ein wenig Zeit, zu einer Antwort zu kommen. Ob sie die dann verbal widergeben oder intern überlegen sollen, ist dann dir überlassen (kommuniziere nur deutlich, was du vom Publikum erwartest). Wenn du das Publikum nicht besonders gut kennst, empfehle ich eher, es bei einer rhetorischen Frage zu belassen und keine verbale Antwort zu verlangen. Eine vernünftige Publikumsinteraktion setzt immer voraus, dass Redner und Publikum schon etwas warm miteinander geworden sind.

Beispiele

Zum Thema Ängste: Hallo das ist
„Was haben ein Nazi, ein Schwulenhasser und du selbst gemeinsam?“

Zum Thema Moral:
„Glaubst du, es ist richtig, das Leben anderer zu riskieren, um das eigene zu retten?“

Zum Thema Physik: Hallo ich bin
„Was glaubst du passiert, wenn ich mit meinem Revolver auf dieses Samurai-Schwert schieße?“

Natürlich ist der Anfang einer Präsentation nicht nur auf einen Satz beschränkt. Was passiert eigentlich nach dem ersten Satz? Wohin jetzt? Manchmal braucht es nur einen einzigen richtig guten Satz am Anfang, damit sich der Rest der Präsentation von selbst ergibt.

Probiere es in deiner nächsten Präsentation einfach mal aus! Wenn du trotzdem Schwierigkeiten hast, erzähle ich im nächsten Beitrag, wie du über den ersten Satz hinaus eine starke Einleitung schreiben kannst!

Für weitere Tipps & Tricks haben wir auch kurze Videos für dich!

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