Schritt 1: Definiere das Ziel deiner Präsentation

Autor: Pascal Heymann
Du sollst also eine Präsentation halten. Okay, aber wo fängst du an? Wie entscheidest du darüber, was du in der Präsentation sagen wirst? Fangen wir vorne an: mit dem Ziel.

Aus der Schule und Universität sind wir folgende Aufgabenstellung gewohnt: Halte eine 10-minütige Präsentation zum Thema Pinguine. Oh je. Du sollst also 10 Minuten lang über Pinguine sprechen. Oder über Aristoteles oder Photosynthese oder welches Thema auch immer. Bleiben wir bei Pinguinen, die sind niedlicher.

Das Problem mit dieser Aufgabenstellung sollte offensichtlich sein: Ein Thema allein hilft dir nicht viel weiter, wenn es darum geht, 10 Minuten zu füllen. Ein Thema umfasst so ziemlich alles, was auch nur irgendwie damit in Berührung kommt, also weitaus mehr als in nur 10 Minuten. Dieser Herausforderung sind nicht nur Schulkinder ausgeliefert, auch in der Wirtschaft und in der Akademie sitzen wir manchmal vor einem leeren Blatt mit nichts weiter als einer Zeitvorgabe für die Präsentation und ein Thema.

An diesem Punkt gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Du fängst blind an, etwas über Pinguine zu schreiben, bis deine 10 Minuten voll sind.
2. Du definierst das Ziel der Präsentation und nutzt die 10 Minuten, um dieses Ziel zu erfüllen.

Hand aufs Herz: Die meisten von uns sind sich der 1. Option schuldig. Das war bei mir zu Schulzeiten ganz genauso. Der Grund: Ich wusste nichts von der 2. Option. Die Lehrer haben es mir nie beigebracht und ich habe es erst Jahre später selber lernen müssen.

So habe ich jahrelang vor dem leeren Blatt gesessen und so lange Informationen über Pinguine aufgeschrieben, bis ich genug für 10 Minuten hatte. Fertig. Kurz und schmerzlos, leider aber auch scheiße und ganz gewiss uninteressant. Anders ist es mit einem Ziel.

Was meine ich also mit Ziel? Ganz einfach: Jedes Mal, wenn du auf eine Bühne gehst (selbst die 2 Quadratmeter vorne im Klassenzimmer zählen als Bühne), sollte es einen Grund dafür geben, dass du dort stehst. Dieser Grund geht weit über „Wenn ich es nicht mache, kriege ich eine schlechte Note/keine Beförderung/etc.,“ hinaus. Präsentationen sind ein Werkzeug mit dem wir etwas erreichen möchten.

Die erste Frage, die du dir also stellen solltest, ist:

„Was sollte mein Publikum über Pinguine erfahren und warum?“

In anderen Worten: Wieso ist dieses Thema überhaupt relevant für mein Publikum und welchen Mehrwert für ihr Leben (unabhängig von Schule/Uni/Arbeit) kann ich damit erzeugen? Was möchte ich in meinem Publikum verändert haben?

In Schulen werde ich an diesem Punkt immer skeptisch angeschaut. „Aber Pascal,“ kommt dann meist zu hören, „die Themen, über die wir präsentieren müssen, sind so langweilig und sinnlos, das geht doch gar nicht.“ Die Herausforderung nehme ich gerne an! Egal ob Mechanik, industrielle Revolution oder Schwämme (die Lebewesen), ich wurde mit noch keinem Thema konfrontiert, zu dem ich kein Präsentation-Ziel finden konnte.

Ein Format, das mir sehr gut hilft ist, den folgenden Satz zu beenden:
Das Publikum soll erkennen, …

Gehen wir also zurück zu den Pinguinen. Wie könnte das Ziel bei diesem Thema aussehen? Du hast viele Möglichkeiten:
1. Das Publikum soll erkennen, wie gefährlich der Klimawandel für Pinguine ist.
2. Das Publikum soll erkennen, dass Pinguine als unsere Vorbilder für moralisches Verhalten dienen können.
3. Das Publikum soll erkennen, wieso Pinguine schlechte Haustiere wären.
4. Das Publikum soll erkennen, dass Pinguinfleisch unglaublich lecker ist.

Es fällt dir sicherlich auf, dass all diese Vorschläge nur explizit die was-Frage beantworten, allerdings ist in jedem dieser Vorschläge auch eine Antwort auf die warum-Frage impliziert. Zum Beispiel sorgen wir uns generell um Tiere, also sind die Folgen des Klimawandels interessant für uns. Oder wir haben alle den Drang, ein moralisches Leben zu führen, also orientieren wir uns gerne an Vorbildern. Das ‚warum‘ muss also nicht ausgeschrieben werden. Es sollte dir jedoch bewusst sein.

Mit diesem Ziel ist es nun leicht, die 10 Minuten zu füllen. Alles, was du jetzt noch machen musst, ist die nötigen Informationen zusammenfassen, die auf dieses Ziel hinarbeiten. Das macht es nicht nur einfacher für dich, es macht es auch interessanter für dein Publikum. Niemand möchte orientierungslos mit Wissen, Statistiken und Informationen zugemüllt werden.

Präsentationen sind wie eine Reise. Und sobald das Ziel im Blick ist, kann die Reise losgehen. Viel Spaß!

Für weitere Tipps & Tricks haben wir auch kurze Videos für dich!

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